Normalerweise kaufe ich ja keine Bücher aus zweiter Hand, schon gar nicht auf Flohmärkten, aber das hier war mal ein eBay-Schnäppchen, das sich sowas von gelohnt hat!
»Die Erde sinnt auf Krieg«, lauten verstreute Gerüchte. Vom Geheimdienst mit einer äußerst delikaten Mission betraut, brechen Captain Maximilian Verdoja und seine Crew zu den entlegenen Außenposten auf. Im Zuge ihrer Untersuchungen in den exotischen Weiten fern der Erde stoßen sie auf Rätsel und Widersprüche. Der Captain kommt einer erschreckenden Wahrheit auf die Spur. Allem Anschein nach versucht eine imperialistische Gruppe einen interstellaren Konflikt heraufzubeschwören. Verdoja beginnt an den Absichten hinter seinen Befehlen zu zweifeln.
Die widerständischen Kräfte sammeln sich. Auch Verdoja nimmt den Kampf auf. Die gegnerische Fährte führt in die eigenen Reihen, und in ihm reift die bittere Erkenntnis, dass er von Anfang an getäuscht wurde. Er versucht, die drohende Eskalation aufzuhalten, doch die Agenten des Feindes agieren auch auf seinem eigenen Schiff.
Eigentlich wollte ich mich mit diesem Buch auf Dan Simmons Endymion (Nachfolger der Hyperion-Gesänge) einstimmen, aber was ich mit Alorndora gefunden und verschlungen habe, war so richtig WOW! Es war das grandioseste Abenteuer, das ich seit langer Zeit gelesen habe.
Tja, wo fange ich an?
Einer der größten Pluspunkte des Buches sind für mich mal die Charaktere. Das Zusammenspiel der Figuren sucht seinesgleichen. Das ganze hat einfach Charme! Die Dialoge sind spritzig und sprühen stellenweise nur so vor subtilem Witz und trockenen Humor, ohne dabei in Comedy abzudriften. Die Entwicklungen der einzelnen Charaktere (auch in Bezug aufeinander) sind schlüssig und wunderbar nachvollziehbar. Obwohl der Autor eine gewisse Distanz wahrt, fühlen sich die Figuren echt und real an. Hier sind keine Supermänner und Superfrauen am Werk, sondern greifbare Menschen.
Dazu gibts zahlreiche Schauplatzwechsel: Dschungel, Ozeane, Staudämme, Strände und natürlich Raumstationen, Schiffe und fremde Planeten. Sehr farbenprächtig, das ganze.
Am Anfang hatte ich ein paar Orientierungsschwierigkeiten, aber das hat sich eigentlich schnell erledigt. Auf Amazon wird die Erzählsprache sehr gelobt. Ich sage mal, sie ist angenehm. Kein malerischer Geniestreich oder so, aber angenehm und einprägsam, wunderbar flüssig zu lesen, und kommt ohne übermäßigem technischen Zeugs aus. Diese Aspekte spielen im Geschehen ohnehin nur eine sehr untergeordnete Rolle. Im Vordergrund steht die aktive Handlung. Tja, und die beschreibt einen grandiosen Spannungsbogen, der sich zunehmend verdichtet, auftürmt und sich schließlich beeindruckend entlädt.
Normalerweise erahnt man in Romanen ja ungefähr, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, egal ob es sich um Fantasy, Historisches oder um einen Krimi handelt. Hier nicht! Vor allem in der zweiten Buchhälfte fesselt und glänzt die Geschichte mit absoluter Unvorhersehbarkeit wie eine Achterbahnfahrt mit geschlossenen Augen. Eine ganz bemerkenswert Dynamik. 500 Seiten ganz großes Lesekino.
Fazit: Überzeugende Figuren, geistreiche Dialoge, eine originelle mitreißende Handlung und durchweg spannend. Ein erfrischend ungewöhnliches Spektakel zu Wasser, zu Lande und in der Luft, äähh... im Weltraum, bei dem trotz aller Dramatik auch der Humor nicht zu kurz kommt.