24.05.2012, 17:55
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Markus Heitz - Oneiros
Markus Heitz - Oneiros
In Leipzig hütet ein Bestatter ein grausames Geheimnis, in Minsk führt eine skrupellose Wissenschaftlerin tödliche Experimente durch, in Paris rast ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal … Die Ermittlungen zu dem Unglück beginnen sofort – aber die Ergebnisse sind rätselhaft: Sämtliche Insassen waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei jedoch nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt. Konstantin Korff, der Bestatter aus Leipzig, kommt diesem Überlebenden hingegen schnell auf die Spur, ebenso wie die Wissenschaftlerin – denn diese drei Menschen tragen denselben tödlichen Fluch in sich. Einen Fluch, der sie zu einer Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht …
Nach dem Reinfall mit Judassohn wundere ich mich ja, dass ich Oneiros überhaupt zu lesen begonnen habe.
Doch irgendetwas erschien mir an diesem Buch mit dem geheimnisvollen Cover und dem mystischen Titel anders und so gab ich Erfolgsautor Markus Heitz noch mal eine Chance.
Schnell erkannte ich Heitz' routinierten Schreibstil wieder. Nichts besonderes, ein Sprachpoet wird er wohl nie werden, aber ich konnte es flüssig lesen. Nur bei der Beschreibung der weiblichen Charaktere hätte ich mir ein wenig mehr "Show, don't tell" gewünscht. Was Oneiros dagegen auszeichnet: Die Idee mit den Todesschläfern ist innovativ, die Geschichte wirkte auf mich gut recherchiert und sorgfältig geplottet. Keine Plotholes, überraschende Wendungen, ein durchgehender Spannungsbogen. Manchmal vielleicht ein wenig übertrieben und von gängigen Comic und Actionfilmen geprägt (z.B. die Szene in Mexiko), aber hey, dafür ist es ja Phantastik ;-) Zum Ende hin machte ich mir nur mehr und mehr Sorgen, dass es einen Cliffhanger geben würde, aber schließlich gelingt es Heitz doch noch, die Handlungsfäden zu verknüpfen und die Geschichte abzuschließen. Witzig, dass er sich selbst im Nachwort darüber lustig macht, dass man ihm nachsagt, eine Geschichte nicht zu Ende bringen zu können. Nun, mit Oneiros ist ihm gelungen, das Gegenteil zu beweisen, auch wenn kleine Anspielungen die grundsätzliche Möglichkeit einer Fortsetzung offen lassen.
Spoiler (Zum Lesen auf eigene Gefahr das Kästchen mit der Maus markieren)Zum Beispiel die Flecken, die Frau Herbst sieht und vermuten lässt, dass sie eine Todseherin geworden ist. Ich bin mir sicher, die Krankenschwester wird ihren Fallschirmsprung nicht überleben
Bemerkenswert: Da der Hauptakteur nicht einschlafen darf, muss er mit dem Sex bis zum Ende warten Es gibt somit nur eine Sexszene im Buch, dafür tobt sich Heitz in der mal wieder richtig aus, aber zum Glück nicht so platt wie in Judassohn. Wer's braucht… 
Einziger Wermutstropfen: Mein Reziexemplar war fürchterlich schlecht lektoriert, ich hoffe, es handelte sich um einen Vorabdruck (auch wenn ich das nicht erkennen konnte). Viel zu viele Tippfehler, merkwürdige Buchstabendreher, die sich beim selben Wort auch noch im Buch wiederholen. Also entweder ganz schlechtes Lektorat, oder eine geheime Botschaft, die ich nicht entschlüsseln konnte ;-) Dafür gibt es leider einen Stern Abzug und somit drei ingesamt.
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